Lippenbremse bei Asthma richtig anwenden - so geht es

Frau mit geschlossenen Augen, die tief durchatmet. Eine Übung zur Lippenbremse kann bei Asthma helfen, die Atmung zu kontrollieren.

Geschrieben von

Hasan Schön

Veröffentlicht am

22. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

Bei Atemnot durch Asthma zählt vor allem, nicht in hastige, flache Atemzüge zu geraten. Die Lippenbremse kann dabei helfen, die Ausatmung zu verlangsamen, die Atemwege während des Ausatmens besser offenzuhalten und wieder mehr Kontrolle zu gewinnen. Ich zeige, wie die Technik funktioniert, wie Sie sie trainieren und wo ihre Grenzen im Asthmamanagement liegen.

Die wichtigsten Punkte zur Lippenbremse bei Asthma auf einen Blick

  • Langsam ausatmen: Die Luft strömt durch locker gespitzte Lippen nach außen.
  • Nicht pressen: Die Ausatmung soll ruhig und sanft bleiben, niemals erzwungen werden.
  • Regelmäßig üben: Kurze Trainingseinheiten im beschwerdearmen Zustand erleichtern die Anwendung bei Atemnot.
  • Medikamente bleiben wichtig: Die Atemtechnik ersetzt weder das Notfallspray noch die ärztlich verordnete Asthmatherapie.
  • Bei schweren Beschwerden handeln: Wenn die Atemnot zunimmt oder das Spray nicht ausreichend hilft, ist medizinische Hilfe nötig.

Warum die Lippenbremse bei Asthma helfen kann

Bei einem Asthmaanfall verengen sich die Bronchien. Das Ausatmen fällt dann oft schwerer als das Einatmen, und viele Betroffene versuchen unbewusst, die Luft schnell herauszupressen. Genau das kann die Atemnot verstärken. Die Lippenbremse setzt an diesem Punkt an und schafft einen leichten Widerstand beim Ausatmen.

Durch die fast geschlossenen Lippen entweicht die Luft langsamer. Der Druck in den kleineren Atemwegen bleibt dadurch länger erhalten, was dazu beitragen kann, dass sie beim Ausatmen weniger früh zusammenfallen. Die Technik beseitigt jedoch nicht die Entzündung und löst keine bronchiale Verengung wie ein bronchienerweiterndes Medikament.

Die deutsche Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma nennt die dosierte Lippenbremse als eine mögliche Selbsthilfetechnik bei Atemnot. Ich sehe sie deshalb vor allem als ergänzendes Werkzeug zur Atemkontrolle, nicht als eigenständige Behandlung. Ihr größter Nutzen liegt darin, Panik und hektische Atemzüge zu bremsen, während der persönliche Asthma-Aktionsplan umgesetzt wird.

So führen Sie die Lippenbremse richtig durch

Die Grundtechnik

  1. Setzen Sie sich aufrecht hin und lassen Sie die Schultern locker. Bei starker Atemnot können Sie die Unterarme auf den Oberschenkeln oder einer Tischkante abstützen.
  2. Atmen Sie möglichst ruhig durch die Nase ein. Der Atemzug muss nicht besonders tief sein.
  3. Formen Sie die Lippen, als wollten Sie vorsichtig eine Kerze ausblasen oder pfeifen. Die Lippen bleiben dabei locker, nicht fest zusammengepresst.
  4. Atmen Sie langsam und gleichmäßig durch die kleine Lippenöffnung aus. Die Ausatmung darf ungefähr doppelt so lange wie die Einatmung dauern.
  5. Wiederholen Sie den Ablauf, ohne zwischen den Atemzügen die Luft anzuhalten.

Als einfache Orientierung können Sie etwa **2 Sekunden einatmen und 4 bis 6 Sekunden ausatmen**. Diese Zahlen sind kein Wettbewerb. Wenn Schwindel, Kribbeln oder ein Druckgefühl entstehen, atmen Sie wieder normal und machen Sie eine Pause.

Die passende Körperhaltung

Die Atemtechnik wirkt oft besser, wenn der Brustkorb nicht zusätzlich belastet wird. Im Sitzen hilft der sogenannte Kutschersitz: Füße stehen fest auf dem Boden, der Oberkörper ist leicht nach vorne geneigt und die Arme liegen entspannt auf den Oberschenkeln.

Im Stehen können Sie sich mit den Händen auf einer Tischkante, einer Stuhllehne oder an der Wand abstützen. Entscheidend ist nicht der Name der Haltung, sondern dass Schultern und Nacken entspannen und Sie nicht zusammensacken.

So wird aus der Atemtechnik ein brauchbares Training

Viele Menschen probieren die Lippenbremse erst im Höhepunkt der Atemnot aus. Das ist verständlich, aber ungünstig. Unter Stress fällt es schwer, eine neue Technik sauber zu koordinieren. Ich empfehle deshalb, sie zunächst in ruhigen Momenten zu üben, bis der Ablauf vertraut ist.

Trainingsphase Umfang Ziel
Beschwerdearmer Zustand 1 bis 2 Minuten, ein- bis zweimal täglich Ruhigen Ablauf und lockere Ausatmung lernen
Leichte Belastung Kurze Anwendung beim Gehen oder Treppensteigen Atemrhythmus unter Bewegung stabilisieren
Beginnende Atemnot Mehrere ruhige Atemzüge, ohne zu pressen Hektik reduzieren und Ausatmung verlängern

Beginnen Sie am besten im Sitzen und übertragen Sie die Technik später auf Alltagssituationen. Geeignet sind beispielsweise langsames Gehen, das Anziehen, Hausarbeit oder eine kurze Pause nach dem Treppensteigen. Der Maßstab ist nicht, möglichst lange auszuatmen, sondern ruhiger und kontrollierter zu werden.

Wenn Sie bei Belastung regelmäßig Atemnot bekommen, sollte die Ursache ärztlich geklärt werden. Die Lippenbremse kann das Symptom abmildern, sagt aber nichts darüber aus, ob Ihr Asthma ausreichend eingestellt ist.

Was die Lippenbremse im Asthmaanfall leisten kann

Bei beginnender Atemnot kann die Technik helfen, die Ausatmung zu beruhigen und eine ungünstige Überatmung zu vermeiden. Nehmen Sie eine atemerleichternde Haltung ein, wenden Sie die Lippenbremse an und folgen Sie gleichzeitig Ihrem persönlichen Notfallplan.

Das bedeutet meist, dass das verordnete Bedarfsmedikament nach ärztlicher Anweisung eingesetzt wird. Warten Sie nicht auf die Wirkung der Atemübung, wenn die Atemnot deutlich zunimmt, das Sprechen schwerfällt oder Lippen und Gesicht bläulich wirken.

  • Rufen Sie bei schwerer oder rasch zunehmender Atemnot den Notruf 112.
  • Setzen Sie sich aufrecht hin und vermeiden Sie körperliche Anstrengung.
  • Verwenden Sie Ihr Notfallspray genau nach dem ärztlichen Asthma-Aktionsplan.
  • Nutzen Sie die Lippenbremse begleitend, aber nicht als Ersatz für die medizinische Behandlung.

Auch wenn sich die Beschwerden nach einigen Minuten bessern, kann eine ärztliche Rücksprache sinnvoll sein, wenn ein Anfall ungewöhnlich stark war oder das Notfallmedikament häufiger als sonst benötigt wird. Wiederkehrende Atemnot ist kein Trainingsproblem, das sich allein mit einer Atemtechnik lösen lässt.

Diese Fehler machen die Übung unnötig schwer

Zu kräftig ausatmen

Pressen gegen die Lippen erzeugt Anspannung und kann Husten oder ein unangenehmes Gefühl auslösen. Die Ausatmung sollte sich eher wie ein kontrolliertes Entweichen der Luft anfühlen. Wenn sich die Wangen stark aufblasen, ist der Widerstand vermutlich zu groß.

Zu tief einatmen

Ein übermäßig tiefer Atemzug kann das Gefühl von Luftnot verstärken. Atmen Sie nur so viel ein, wie angenehm möglich ist. Der nächste Atemzug kommt nach einer ruhigen Ausatmung von selbst.

Die Luft anhalten

Manche halten zwischen Ein- und Ausatmung unbewusst die Luft an. Das macht den Rhythmus unruhig. Besser ist ein fließender Ablauf ohne Pause oder nur mit einer ganz natürlichen kurzen Zwischenphase.

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Die Technik zu spät lernen

Im akuten Anfall ist die Konzentration eingeschränkt. Üben Sie deshalb regelmäßig bei normaler Atmung und sprechen Sie die Methode bei Gelegenheit mit einer Physiotherapeutin, einem Physiotherapeuten oder in einer Asthmaschulung durch. Besonders bei Kindern sollte die Anwendung spielerisch und ohne Druck vermittelt werden.

Für wen die Methode sinnvoll ist und wann Beratung nötig wird

Die Lippenbremse kann für Erwachsene und Kinder mit Asthma interessant sein, die bei Atemnot zu hastigem Atmen neigen oder sich durch eine verlängerte Ausatmung besser beruhigen. Sie ist kostenlos, jederzeit verfügbar und benötigt kein Hilfsmittel. Gerade diese Einfachheit macht sie im Alltag praktisch.

Die Wirkung ist aber individuell. Bei manchen Menschen verbessert sich vor allem das Gefühl der Atemkontrolle, während die messbare Lungenfunktion kaum verändert wird. Wer sich trotz korrekter Anwendung zunehmend kurzatmig fühlt, sollte die Übung abbrechen und die Beschwerden medizinisch einordnen lassen.

Besondere Anleitung ist sinnvoll, wenn zusätzlich eine COPD, eine ausgeprägte Überblähung der Lunge, eine Herzkrankheit oder eine andere Atemwegserkrankung besteht. Auch eine neu auftretende Atemnot gehört nicht einfach selbst behandelt, sondern ärztlich abgeklärt.

Ich halte außerdem wenig davon, Atemübungen pauschal als „natürliche Alternative“ zu Asthmamedikamenten zu bewerben. Die realistische Einordnung ist hilfreicher: Die Lippenbremse kann das Atmen in bestimmten Situationen erleichtern, während die ärztliche Therapie die zugrunde liegende Entzündung und Verengung behandelt.

Die beste Atemübung ist die, die im richtigen Moment abrufbar bleibt

Üben Sie die Lippenbremse zunächst täglich für wenige Minuten, später auch bei leichter Bewegung. Achten Sie auf eine entspannte Haltung, eine sanfte Ausatmung und darauf, nicht gegen die Lippen zu pressen.

Bei Asthma bleibt sie ein Baustein des Selbstmanagements. Notfallmedikament, Asthma-Aktionsplan und regelmäßige ärztliche Kontrollen behalten ihren Platz. Wenn die Atemnot häufiger auftritt, nachts weckt oder Ihre Belastbarkeit sinkt, sollte nicht länger an der Atemtechnik gefeilt, sondern die Behandlung überprüft werden.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Die locker gespitzten Lippen bremsen die Ausatmung und halten dadurch länger Druck in den kleineren Atemwegen. Das kann hektische Atemzüge beruhigen und die Atemkontrolle verbessern, beseitigt aber weder die Entzündung noch die bronchiale Verengung.

Atmen Sie möglichst ruhig durch die Nase ein, formen Sie die Lippen locker wie zum Pfeifen und atmen Sie langsam durch die kleine Öffnung aus. Als Orientierung gelten etwa 2 Sekunden Einatmung und 4 bis 6 Sekunden Ausatmung, ohne zu pressen oder die Luft anzuhalten.

Üben Sie zunächst ein- bis zweimal täglich für 1 bis 2 Minuten im beschwerdearmen Zustand. Im Sitzen eignet sich der Kutschersitz mit leicht nach vorn geneigtem Oberkörper und auf den Oberschenkeln abgestützten Armen; später können Sie die Technik auch beim Gehen oder Treppensteigen anwenden.

Verwenden Sie Ihr Notfallspray nach dem persönlichen Asthma-Aktionsplan und warten Sie bei deutlich zunehmender Atemnot nicht auf die Wirkung der Atemübung. Bei schwerer oder rasch zunehmender Atemnot, Sprechproblemen oder bläulichen Lippen und Gesicht rufen Sie den Notruf 112.

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Ich bin Hasan Schön und beschäftige mich seit 6 Jahren intensiv mit den Themen Gesundheit, Wohlbefinden und Regeneration. Meine Reise in diese faszinierenden Bereiche begann aus persönlichem Interesse, da ich selbst erfahren habe, wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz für ein erfülltes Leben ist. Auf rwz-kaefer.de teile ich mein Wissen und meine Erkenntnisse, um Lesern zu helfen, komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen und praktische Wege zu finden, ihre eigene Gesundheit zu fördern und ihre Regenerationsfähigkeiten zu stärken. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen fundiert aufzubereiten, aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen und schwierige Themen verständlich zu erklären, damit Sie stets nützliche und verlässliche Inhalte erhalten.

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