12 Hatha-Yoga-Grundstellungen für Anfänger sicher üben

Frau in Kuh- und Katzenstellung, zwei von 12 Grundstellungen im Hatha Yoga.

Geschrieben von

Meinhard Rauch

Veröffentlicht am

14. Sept. 2026

Inhaltsverzeichnis

Ein verspannter Rücken, wenig Beweglichkeit oder der Wunsch nach einem ruhigen, aber wirksamen Training sind gute Gründe, die zwölf Grundstellungen des Hatha Yoga kennenzulernen. Ich zeige, welche Asanas zur klassischen Reihe gehören, wie sie sich unterscheiden, welche Reihenfolge sinnvoll ist und wie Anfänger sicher üben können. Dabei geht es nicht darum, jede Position sofort perfekt zu beherrschen, sondern den Körper Schritt für Schritt kräftiger, beweglicher und aufmerksamer zu machen.

Die zwölf Stellungen verbinden Kraft, Beweglichkeit und Ruhe

  • Tradition: Gemeint ist meist die zwölfteilige Grundreihe aus der Sivananda- beziehungsweise Yoga-Vidya-Tradition.
  • Abfolge: Sie umfasst Umkehrhaltungen, Rückbeugen, Vorwärtsbeugen, Drehungen, Balance- und Standpositionen.
  • Training: Eine vollständige Einheit dauert für Anfänger etwa 25 bis 40 Minuten.
  • Wichtig: Kopfstand, Schulterstand und Pfau sollten zunächst mit fachlicher Anleitung gelernt werden.
  • Grundregel: Dehnung darf fordern, aber nicht stechen oder Schmerzen auslösen.

Vier Personen üben Hatha Yoga, 12 Grundstellungen, im Freien. Sie stehen auf Yogamatten mit gefalteten Händen vor der Brust.

Was mit den zwölf Grundstellungen gemeint ist

Die Bezeichnung zwölf Grundstellungen bezieht sich im deutschsprachigen Raum meistens auf die klassische Hatha-Yoga-Reihe nach Sivananda. Sie wurde durch Swami Vishnudevananda bekannt und wird auch bei Yoga Vidya in einer ähnlichen Form gelehrt. Eine weltweit verbindliche Liste gibt es allerdings nicht, denn verschiedene Yogaschulen setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

Wichtig ist die Abgrenzung zum Sonnengruß. Auch Surya Namaskar besteht aus zwölf Positionen, ist aber eine fließende Bewegungsabfolge zum Aufwärmen. Die hier beschriebene Reihe wird überwiegend langsam und für mehrere Atemzüge gehalten. Sie folgt einer bestimmten körperlichen Logik und endet mit entspannenden oder stabilisierenden Stellungen.

Ich halte diese Unterscheidung für besonders hilfreich, weil viele Einsteiger unter „zwölf Hatha-Yoga-Stellungen“ zunächst nur den Sonnengruß verstehen. Für die Praxis macht es einen großen Unterschied, ob man sich dynamisch von einer Position in die nächste bewegt oder einzelne Asanas bewusst aufbaut, hält und wieder verlässt.

Die zwölf Grundstellungen im Überblick

Nr. Sanskrit Deutsche Bezeichnung Schwerpunkt
1 Shirshasana Kopfstand Schulterkraft, Gleichgewicht, Konzentration
2 Sarvangasana Schulterstand Rumpfkontrolle, Körperwahrnehmung, Umkehrhaltung
3 Halasana Pflug Rückenstreckung, Beinrückseiten, Schulterbeweglichkeit
4 Matsyasana Fisch Brustöffnung, Ausgleich zum Schulterstand
5 Paschimottanasana Sitzende Vorwärtsbeuge Beinrückseiten, Rückenlänge, Ruhe
6 Bhujangasana Kobra Rückenstrecker, Brust, Schultern
7 Shalabhasana Heuschrecke Rücken, Gesäß, hintere Körperkette
8 Dhanurasana Bogen Rückenkräftigung, Hüftbeuger, Brustöffnung
9 Ardha Matsyendrasana Halber Drehsitz Wirbelsäulenbeweglichkeit, Rumpf, seitliche Muskulatur
10 Mayurasana oder Kakasana Pfau oder Krähe Armkraft, Handgelenke, Balance
11 Padahastasana Stehende Vorwärtsbeuge Beinrückseiten, Hüftbeweglichkeit, Erdung
12 Trikonasana Dreieck Beine, seitliche Rumpfmuskulatur, Standfestigkeit

Umkehrhaltungen und ihr Ausgleich

Der Kopfstand gilt als anspruchsvollste Position der Reihe. Er verlangt stabile Schultern, eine kontrollierte Körpermitte und viel Erfahrung. Das Körpergewicht sollte nicht einfach auf dem Kopf ruhen. Anfänger üben zunächst Delfin, Unterarmstütz und vorbereitende Balanceübungen.

Im Schulterstand liegt der Schwerpunkt auf den Schultern und dem oberen Rücken. Der Pflug folgt traditionell häufig darauf und verlängert die Rückseite des Körpers. Der Fisch öffnet anschließend Brust und Halsbereich und bildet damit einen bewussten Gegenpol zu den beiden vorherigen Umkehrhaltungen.

Rückbeugen für Kraft und Aufrichtung

Die sitzende Vorwärtsbeuge beruhigt die Praxis und fordert vor allem die Rückseite der Beine. Ich empfehle, den Rücken dabei möglichst lang zu halten, statt mit Gewalt die Stirn zu den Knien zu ziehen. Ein Gurt um die Füße oder leicht gebeugte Knie sind sinnvolle Hilfen.

Mit Kobra, Heuschrecke und Bogen folgt der kräftigende Teil. Die Heuschrecke wird oft unterschätzt, obwohl sie die gesamte hintere Körperkette intensiv aktiviert. Beim Bogen sollte die Bewegung aus Rücken und Hüften kommen, nicht aus einem ruckartigen Ziehen an den Füßen.

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Drehung, Balance und Stand

Der halbe Drehsitz mobilisiert die Wirbelsäule und trainiert gleichzeitig die aufrechte Haltung. Die Drehung sollte aus dem Brustkorb entstehen. Wer nur den Kopf oder die Schultern dreht, spürt häufig eine scheinbare Beweglichkeit, arbeitet aber weniger gezielt.

Der Pfau ist eine fortgeschrittene Arm-Balance. Die Krähe dient vielen als zugänglichere Vorbereitung, weil die Knie auf den Oberarmen ruhen und der Körperschwerpunkt leichter zu kontrollieren ist. Die stehende Vorwärtsbeuge und das Dreieck bringen die Reihe wieder näher zum Boden und zu einem stabilen Stand.

So wird daraus ein sinnvolles Training

Die zwölf Positionen sollten nicht wie eine Checkliste abgearbeitet werden. Eine gute Einheit beginnt mit dem Ankommen, erwärmt den Körper und lässt nach anspruchsvollen Haltungen genügend Zeit zur Erholung. Für Anfänger halte ich drei bis fünf Atemzüge pro Asana für ausreichend.

Trainingsabschnitt Dauer Praktischer Inhalt
Ankommen 2 bis 3 Minuten Ruhige Bauchatmung im Sitzen oder Liegen
Aufwärmen 5 bis 8 Minuten Sanfte Mobilisation, Katzen-Kuh-Bewegung, eventuell 2 bis 4 Sonnengrüße
Grundreihe 15 bis 25 Minuten Vereinfachte Varianten der zwölf Stellungen
Entspannung 5 bis 10 Minuten Savasana, die Totenstellung, mit ruhiger Atmung

Wer ganz neu beginnt, muss nicht sofort die komplette Reihe üben. In den ersten zwei Wochen reichen beispielsweise Kobra, Heuschrecke, sitzende Vorwärtsbeuge, Drehsitz und Dreieck. Danach können anspruchsvollere Varianten dazukommen. Drei Einheiten pro Woche bringen meist mehr als eine seltene, überfordernde Trainingseinheit.

Zwischen den Asanas kann eine kurze Pause in Rückenlage sinnvoll sein. In traditionellen Kursen werden häufig mehrere Atemzüge in der Totenstellung eingeplant. Für mich ist das ein entscheidender Teil des Trainings, weil der Körper erst in der Pause zeigt, ob eine Haltung wirklich gut verarbeitet wurde.

Typische Fehler und einfache Korrekturen

  • Zu viel Ehrgeiz: Eine Position wird tiefer ausgeführt, obwohl die Atmung stockt. Besser ist eine kleinere Variante mit ruhigem Atem.
  • Runder Rücken: Besonders in Vorwärtsbeugen wird oft aus dem oberen Rücken gezogen. Die Hüfte sollte zuerst nach hinten kippen, während die Wirbelsäule möglichst lang bleibt.
  • Hohlkreuz in Rückbeugen: Bei Kobra und Bogen werden die Rippen häufig zu weit nach vorne geschoben. Bauch und Gesäß sollten aktiv bleiben, damit die Lendenwirbelsäule nicht allein arbeitet.
  • Schultern an den Ohren: In Kobra, Dreieck und Arm-Balancen helfen ein langer Nacken und bewusst nach unten geführte Schulterblätter.
  • Atem anhalten: Ein angestrengtes Luftanhalten ist kein Zeichen für bessere Ausführung. Sobald der Atem unruhig wird, sollte die Position kleiner werden.
  • Beide Seiten vergessen: Drehungen und einseitige Varianten müssen rechts und links geübt werden. Sonst entsteht leicht ein unausgeglichenes Bewegungsmuster.
  • Entspannung auslassen: Wer direkt nach der letzten Stellung aufsteht, verschenkt einen wichtigen Teil der Praxis. Fünf Minuten Savasana sind ein realistisches Minimum.

Besonders beim Kopfstand beobachte ich häufig, dass die eigentliche Schwierigkeit nicht die Kraft, sondern die Angst vor dem Umfallen ist. Eine Wand kann Sicherheit geben, ersetzt aber keine saubere Schulterarbeit. Wer im Nacken Druck, Kribbeln oder Schmerzen spürt, beendet die Übung sofort.

Wann Anpassung oder Begleitung sinnvoll ist

Hatha Yoga kann an viele Körper angepasst werden, aber nicht jede Grundstellung passt in jeder Lebensphase. Bei akuten Rücken- oder Gelenkbeschwerden, nach Operationen, während einer Schwangerschaft oder bei bekannten Herz-Kreislauf-Problemen sollte die Auswahl vorher mit einer medizinischen oder qualifizierten therapeutischen Fachperson geklärt werden.

Besondere Vorsicht gilt für Kopfstand und Schulterstand. Bei Nackenproblemen, erhöhtem Augendruck, unbehandeltem Bluthochdruck oder bestimmten Gefäßerkrankungen können Umkehrhaltungen ungeeignet sein. Auch der Pfau belastet Handgelenke und Ellenbogen stark und sollte nicht als Pflichtübung verstanden werden.

Hilfsmittel machen die Reihe nicht weniger wirksam. Eine gefaltete Decke unter dem Becken, ein Gurt bei der Vorwärtsbeuge, Blöcke im Dreieck oder ein Bolster in der Entspannung können die Ausrichtung deutlich verbessern. Ich würde immer eine gut angepasste Variante wählen, statt eine vermeintlich perfekte Form zu erzwingen.

Ein qualifizierter Unterricht ist besonders dann sinnvoll, wenn Unsicherheit bei der Haltung besteht. Gute Anleitung erkennt nicht nur, ob eine Position äußerlich korrekt aussieht, sondern auch, ob Atmung, Belastung und Körpergefühl zusammenpassen.

Ein realistischer Einstieg in die zwölf Hatha-Yoga-Stellungen

Beginne mit fünf bis sechs einfacheren Asanas und übe sie zwei bis drei Wochen regelmäßig. Ergänze danach schrittweise die übrigen Positionen, wobei Kopfstand, Schulterstand und Pfau zunächst durch sichere Vorübungen ersetzt werden können.

Der größte Fortschritt zeigt sich nicht unbedingt darin, tiefer in eine Haltung zu kommen. Entscheidend sind ein stabiler Stand, gleichmäßige Atmung und die Fähigkeit, nach der Übung ruhiger als zuvor zu sein. Genau diese Verbindung aus Kraft, Beweglichkeit und Regeneration macht die zwölf Grundstellungen für ein nachhaltiges Hatha-Yoga-Training so wertvoll.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Zur meist gemeinten Sivananda-Reihe gehören Kopfstand, Schulterstand, Pflug, Fisch, sitzende Vorwärtsbeuge, Kobra, Heuschrecke, Bogen, halber Drehsitz, Pfau oder Krähe, stehende Vorwärtsbeuge und Dreieck.

Für Anfänger dauert eine vollständige Einheit etwa 25 bis 40 Minuten. Sinnvoll sind 2 bis 3 Minuten Ankommen, 5 bis 8 Minuten Aufwärmen, 15 bis 25 Minuten Grundreihe und 5 bis 10 Minuten Savasana. Pro Asana genügen zunächst drei bis fünf Atemzüge.

Kopfstand, Schulterstand und Pfau sind anspruchsvoll und sollten zunächst mit fachlicher Anleitung oder durch sichere Vorübungen ersetzt werden. Für den Kopfstand eignen sich beispielsweise Delfin und Unterarmstütz, während die Krähe eine zugänglichere Vorbereitung auf den Pfau sein kann.

Die zwölf Hatha-Yoga-Grundstellungen werden überwiegend langsam aufgebaut und mehrere Atemzüge gehalten. Der Sonnengruß besteht ebenfalls aus zwölf Positionen, ist aber eine fließende Bewegungsabfolge zum Aufwärmen.

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Meinhard Rauch

Meinhard Rauch

Mein Name ist Meinhard Rauch und seit 13 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Gesundheit, Wohlbefinden und Regeneration. Meine Reise in diesem Bereich begann aus persönlichem Interesse, da ich die Bedeutung eines ausgeglichenen Lebensstils für die Lebensqualität schon früh erkannte. Auf rwz-kaefer.de teile ich mein Wissen und meine Erkenntnisse, um Ihnen zu helfen, komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen und praktische Wege zu finden, Ihr eigenes Wohlbefinden zu fördern. Ich lege großen Wert darauf, Informationen gründlich zu recherchieren und verständlich aufzubereiten, damit Sie stets auf dem neuesten Stand sind und sich fundiert informieren können.

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Kommentare

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ST

StammGästin

Es ist so schön, sich auf diese Weise mit dem eigenen Körper zu verbinden und gleichzeitig zur Ruhe zu kommen… Ich finde es immer wieder faszinierend, wie Yoga Kraft und Beweglichkeit auf so sanfte Weise vereint. Manchmal braucht man einfach diese kleine Auszeit, um wieder bei sich anzukommen. ✨

Meinhard Rauch
Meinhard RauchAutor

Vielen Dank für die schönen Worte! 🙏

RE

Realistin

Ach, Hatha-Yoga für Anfänger! Das ist ja mal ein Thema, das man nicht alle Tage sieht. Ich dachte, Yoga wäre nur für die, die sich wie eine Brezel verbiegen können. Aber die Idee, dass es auch um Ruhe und Beweglichkeit geht, klingt eigentlich ganz charmant. Vielleicht sollte ich das mal probieren, bevor ich mir noch einen Bandscheibenvorfall hole, wenn ich versuche, meine Socken anzuziehen. Hauptsache, ich muss keinen Kopfstand machen, sonst stehe ich am Ende noch auf dem Kopf und weiß nicht, wie ich wieder runterkomme! 😆